Basilika S.S. Giovanni und Paolo
Venedig - Basilika S.S. Giovanni e Paolo
Überblick
Venedig - Basilika S.S. Giovanni e Paolo
Nordöstlich des Stadtzentrums von Venedig befindet sich die nach San Marco zweitwichtigste Kirche der Stadt. Die Basilika S.S. Giovanni und Paolo ist ein wahrhaft monumentaler Kirchenbau. Ihr Bau begann im 13. Jahrhundert und dauerte etwa zweihundert Jahre. In dieser Kirche wurden die Dogen von Venedig beigesetzt und auch einige Adelsfamilien wählten diesen Platz als ihre letzte Ruhestätte. Mit dem Bau der Kirche und ihrer prachtvollen Struktur im Ogivalstil (Gotik) wurde 1246 begonnen, nachdem schon um 1245 der Doge Jacopo Tiepolo dem Orden der Dominikaner ein Stück Land zum Bau einer Kirche schenkte.
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Das Grundstück lag an einem Randbezirk der damaligen städtischen Bebauung und in großer Distanz zur Frari-Kirche des mit den Dominikanern konkurrierenden Bettelordens der Franziskaner, die 1234 ihr Baugrundstück erworben hatten. Es ist nicht gesichert, zu welchem Zeitpunkt mit dem Bau von S.S. Giovanni und Paolo begonnen wurde. Der erste Hinweis stammt aus einer Inschrift von 1369 am Querhausarm. Im Jahr 1430 wurde die Kirche eingeweiht. 1437 kaufte die Bruderschaft der Goldschmiede und Seidenhändler ein benachbartes Grundstück zum Bau eines Bruderschaftsgebäudes- der Scuola San Marco.
Venedig - Basilika S.S. Giovanni e Paolo
Dogengrab an der Außenfassade
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Chor errichtet und Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kuppel vollendet. 1458 konnte auf Grund von Spenden das Portal in Auftrag gegeben werden, für das man antike Säulen aus Torcello verwendete. Als erster Doge wurde hier im Jahr 1249 der Mäzen der Dominikaner, Jacopo Tiepolo begraben. Seine einfache Grabkiste aus Marmor befindet sich an der äußeren Fassadenwand.
Architektur
Der Kirchenbau wurde übrigens vom Dominikanerorden in Auftrag gegeben. Die Kirchenpatrone sind nicht die beiden gleichnamigen Apostel, sondern Johannes und Paulus von Rom, zwei Märtyrer aus der Zeit Konstantin des Großen, die als Schutzheilige gegen die Pest galten. Die Basilika S.S. Giovanni und Paolo ist eine dreischiffige Säulenkirche mit Querhaus, an das sich eine mittlere große und jeweils zwei kleine Chorkapellen anschließen. Alle Chorkapellen haben einen polygonalen Schluss. Bis auf die Vierung, die überkuppelt ist, haben alle Bauteile ein Kreuzrippengewölbe.
Der Kirchenraum ist 96 m lang, im Langhaus 28 m breit, das Querschiff ist 43 m breit, die Gewölbehöhe ca. 35 m. Der Bau ist ein Backsteinbau. Zierelemente am Außenbau, wie die Rahmen der Okuli, die Friese, der kranzartige Gesimsabschluß und die hohen Tabernakel auf der Fassade sowie das Portal sind aus istrischem Stein. Die Gewölbe sind, um das Gewicht wegen des problematischen Baugrundes zu reduzieren, aus Rohrgeflecht, das verputzt wurde, das aber wie ein steinernes Gewölbe wirkt. Der Bau wird, wie bei anderen venezianischen Kirchen, durch hölzerne Zuganker stabilisiert.
Kunstwerke
Die Basilika birgt zahlreiche Kunstwerke und ist reich ausgeschmückt mit Malereien von: Giovanni Bellini, Vivarini, Bassano, Piazzetta, Tintoretto und anderen berühmten Kunstmalern. Außerdem enthält es Skulpturen von: Pietro Lombardo, Alessandro Vittoria und viele Grabmäler. In der "Kapelle des Rosenkranzes" befinden sich vier wunderbare Ölgemälde von "Veronese". Den Hof vor der Basilika dominiert die berühmte Statue "Bartolomeo Colleoni" (1488) von Andrea del Verrocchio.
Das nebenstehende Bild "Campo Santi Giovanni e Paolo - Gemälde von Canaletto" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Scuola Grande di San Marco
Venedig - Scuola Grande di San Marco
Die Scuola Grande di San Marco war einst der Palast einer Bruderschaft in Venedig. Sie liegt am Campo San Giovanni e Paolo - einer der größten Plätze in der Stadt - direkt neben der Basilika S.S. Giovanni e Paolo. Hier wie auch bei der Scuola Grande di San Rocco handelt es sich um eine um 1260 gegründete Instituiton mit der Aufgabe, durch soziales Wirken unter dem Namen des Heiligen der Republik (Sankt Markus) ein Gegengewicht zur expansiven Außenpolitik der Regierung des Staates zu setzen.
St. Markus Gesellschaft
Venedig - Scuola Grande di San Marco
Das Gebäude wurde von der St. Markus Gesellschaft um 1260 erbaut und um etwa 1485 wurde es unter einem neuen Entwurf durch Pietro Lombardo mit einem von den Mitgliedern festgesetzten Betrag erneuert. Die Renovierung und Erneuerung dauerte von 1485 - 1495. Die Fassade, ein Renaissancemeisterwerk mit zart dekorierten Nischen und Pilastern und mit weißen oder bunten Marmorstatuen wurde später von Mauro Codussi beendet. Fast 50 Jahre später erfolgte dann der Umbau und Erweiterungen des Gebäudes durch den Baumeister J. Sansovino (1533 - 1546).
Ospedale Civile
Im Jahr 1819 wurde es in ein österreichisches Militärkrankenhaus umgewandelt und ist heutzutage als Ospedale Civile eines der kommunalen Krankenhäuser der Stadt Venedig. Die Krankenwagen kommen hier nicht wie allgemein üblich auf Rädern an sondern fahren als Schnellboote ihre Patienten durch die Lagune zum Krankenhaus. So wartet ständig eine kleine Flotte von Rettungsbooten vor dem Krankenhaus auf den nächsten Einsatz.
Bartolomeo Colleoni
Bartolomeo Colleoni wurde um 1400 in Solza bei Bergamo geboren und er verstarb am 4. November 1475 in Malpaga bei Venedig. Colleoni war ein italienischer Condottiere (Heerführer). Er stammte aus einem alten Adelsgeschlecht aus Bergamo. Sein erster Kriegseinsatz war 1419 in Süditalien. Dort diente er nacheinander den Condottieri Braccio da Montone und Muzio Attendolo Sforza. 1431 ging er in den Diensten von Gattamelata nach Venedig und kämpfte auf deren Seite in den Jahren 1431 bis 1438 gegen Mailand. Als dieser 1443 starb, stellte sich Colleoni in die Dienste von Niccolò Piccinino. In den Jahren 1446/47 lag Colleoni auf Befehl des Herzogs Filippo Maria Visconti in der Festung Monza im Kerker.
Venedig - Basilika S.S. Giovanni e Paolo
Später ernannte ihn die Serenissima zum Generallieutenant. Nach seinem Tod vermachte er sein gesamtes Erbe dem Staat Venedig mit der Auflage, ein Standbild von ihm aufzustellen. Der Bildhauer Andrea Verrocchio wurde mit der Erstellung des Modells beauftragt, der Guss erfolgte 1496 durch Alessandro Leopardi. Das Standbild, neben der Statue des Marc Aurel eines der berühmtesten Reiterstandbilder aller Zeiten, ist noch heute auf dem Campo Santi Giovanni e Paolo in Venedig zu sehen und die Stadt Venedig hat somit das Erbe Colleonis angetreten.
Weitere Kirchen in Venedig:
- Kirche San Pietro Martire (Murano)
- Kirche Santa Maria e Donato (Murano)
- Kirche Santa Maria degli Angeli (Murano)
- Kirche Christo Re (Insel Sant'Erasmo)
- Kirche degli Scalzi (Santa Maria di Nazareth - Cannaregio)
- Ex-Chiesa Santa Lucia (Cannaregio)
- Ex-Chiesa San Basilio (Dorsoduro)
- Oratorio dei Crucifero (Cannaregio)
- Markuskirche (Basilika di San Marco)
- Il Redentore (Erlöserkirche auf der Insel Giudecca)
- Le Zitelle (Santa Maria della Presentazione - Giudecca)
- Santa Eufemia (Guidecca)
- Kirche San Martino (Burano)
- Kirche Santa Fosca (Insel Torcello)
- Basilika Santa Maria Assunta (Insel Torcello)
- Kirche Santa Caterina (Insel Mazzorbo)
- Kirche Santa Maria Valverde (Insel Mazzorbo)
- Kirche San Stae (San Eustachius - Santa Croce)
- Kirche Santa Maria della Visitazione (Dorsoduro)
- Kirche Sant'Agnese (Dorsuduro)
- Kirche San Maurizio (San Marco)
- Kirche San Vidal (San Marco)
- Kirche Sant' Angelo degli Zoppi (San Marco)
- Kirche Sant'Elena (Insel Sant'Elena)
- Basilika San Pietro (Insel San Pietro di Castello)
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