Santa Maria Gloriosa dei Frari
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
Santa Maria Gloriosa dei Frari
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
Einer der größten und bedeutendsten gotischen Sakralbauten Venedigs ist die Basilika Santa Maria Gloriosa dei Frari. Die Chiesa Santa Maria Gloriosa dei Frari ist neben den Kirchen Santa Maria della Salute und S.S. Giovanni e Paolo, sowie San Giorgio Maggiore auch eine der attraktivsten Kirchen in Venedig. Das trifft allerdings nicht auf das äußere der Kirche zu. Sie wirkt schlicht und auch die Fassade ist sehr bescheiden gehalten. Der Name Frari entstammt dem venezianischen Wort Frari = Brüder. Sie ist neben der Basilika S.S. Giovanni und Paolo der größte und bedeutendste gotische Sakralbau Venedigs. Die Kirche ist gewidmet der Aufnahme Mariens in den Himmel. Sie ist ausgestattet mit zahlreichen hervorragenden Kunstwerken, darunter zwei Hauptwerken Tizians.
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Architektur
Die Frarikirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit großem Querhaus und einer Gruppe von sechs kleinen und einer zentralen großen Chorkapelle, die alle einen polygonalen Abschluss haben. Alle Raumteile haben ein Kreuzrippengewölbe. Das außerordentlich hohe Querhaus ist einschiffig. Der Bau ist ein Backsteinbau. Die Fassade ist eher schlicht, sie wird aber ausgezeichnet durch einen reich gestaffelten und geschwungenen Giebel. Zierelemente am Außenbau wie die Rahmen der Okuli, die Friese, der kranzartige Gesimsabschluss und die hohen Tabernakel auf der Fassade sowie das Portal sind aus istrischem Stein. Die Gewölbe sind, um das Gewicht wegen des problematischen Baugrundes zu reduzieren, aus Rohrgeflecht, das verputzt wurde, das aber wie ein steinernes Gewölbe wirkt. Der Bau wird, wie bei anderen venezianischen Kirchen, durch hölzerne Zuganker stabilisiert.
Geschichte
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
Um 1223 siedelten sich die Franziskaner in einem bestehenden Klostergebäude am Rand der damaligen städtischen Bebauung an. Dort begannen sie um 1250 mit dem Bau einer kleinen, der Madonna gewidmeten Kirche, die 1280 eingeweiht wurde. 1340 wurde diese Kirche, die wegen des großen Zulaufs zu den Predigten der Mönche bald zu klein geworden war, abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. 1361 wurden Apsis und Querhaus eingeweiht und mit dem Bau des Campanile begonnen, der 1396 fertiggestellt wurde. Baumeister des Campanile waren Jacopo und Pierpaolo Celega. 1417 wurde die Capella Corner errichtet, 1432 bis 1434 die Capella Emiliana, eine Taufkapelle, die von den Stiftern, der Familie Emiliana, als Grabkapelle genutzt wurde.
Chorschranken
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Sakristei erbaut. 1468 erhielt die Kirche die noch jetzt vorhandenen Chorschranken, an denen Bartolomeo Buon mitgearbeitet haben soll. Das hölzerne geschnitzte Chorgestühl wurde um 1468 vollendet. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Fassade fertiggestellt. Am 19. Mai 1518 wurde die Assunta von Tizian auf dem Hochaltar aufgestellt. Bereits um 1400 war die Frarikirche mit einer Orgel ausgestattet.
Die Orgel
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
Innenraum der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Welleschik - Lizenz s.u.
Heute besitzt die Frarikirche zwei historische Orgeln aus dem 18. Jahrhundert, die eine aus dem Jahre 1732 von dem venezianischen Orgelbauer Giovanni Battista Piaggia, die zweite, die mehrmals restauriert wurde, stammt von Gaetano Callido aus den Jahren 1795 bis 1796. Sie befinden sich auf der rechten und linken Seite des Chors. Während einer umfangreichen Renovierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden beide Orgeln aufeinander abgestimmt und können zusammen gespielt werden. Der hervorragende Zustand der beiden Instrumente ermöglicht heute die Aufführung der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts für zwei Orgeln.
Wertvolle Gräber
Venedig - Santa Maria Gloriosa dei Frari
Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari, Altarraum mit einem Gemälde von Tizian (Himmelfahrt Mariens) - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Welleschik - Lizenz s.u.
Die Frarikirche ist u.a. die Grabstätte einiger Dogen der Republik Venedig. Weiterhin finden sich die Gräber einiger Künstler und Baumeister und mehrerer Stifterfamilien. Die Denkmäler selbst sind von damaligen und späteren Künstlern geschaffen worden, die allesamt in Venedig einen Namen hatten.
In der Frarikirche befinden sich unter anderem die Grabmäler folgender Personen:
* Wandgrab für den Franziskanermönch Beato pacifico, den angeblichen Baumeister der Frarikirche, um 1437;
* Mausoleum für den Bildhauer Antonio Canova († 1822), erbaut nach seinem eigenen Entwurf von seinen Schülern;
* Grabmal für den Dogen Francesco Foscari († 1457), Presbyterium, von Antonio und Paolo Bregno;
* Grabmal für den Dogen Francesco Dandolo († 1339), Kapitelsaal des Klosters;
* Ehrenmonument für den General Girolamo Garzoni († 1688), um 1700, über dem Hauptportal;
* Wandgrab für Jacopo Marcello von Pietro Lombardo und seiner Werkstatt, Querschiff;
* Claudio Monteverdi († 1643), Bodengrab mit Grabplatte, Cappella Milanesi;
* Grabmal für den Dogen Giovanni Pesaro († 1659), nach einem Entwurf von Baldassare Longhena, Skulpturen von Melchior Barthel;
* Grabmal für den Condottiere Paolo Savelli († 1405), das erste Reiterdenkmal, das Venedig einem Condottiere bewilligte;
* Grabmal für den Dogen Niccolò Tron († 1473), im Presbyterium, von Antonio Rizzo;
* Erinnerungsdenkmal für Tizian, gestiftet von Ferdinand von Österreich, erbaut von zwei Canova-Schülern zwischen 1838 und 1852;
Kunstwerke
In der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari befinden sich viele wertvolle Kunstwerke. U.a. sind dies Werke von Giuseppe Salviati: Darstellung im Tempel, um 1560, Altarbild; Sansovino: Der Heilige Johannes der Täufer, Statue vor der Cappella Corner; Tizian: Madonna des Hauses Pesaro, 1519–1527, Altarbild, Nordwand des Mittelschiffs, Pesaro-Kapelle; Tizian: Assunta, 1518; Paolo Veneziano: Votivbild des Dogen Francesco Dandolo und der Dogaressa Isabetta Contarini mit ihren Schutzheiligen San Franceso und Santa Elisabetta, 1339, Kapitelsaal der Frarikirche; Alessandro Vittoria: Der auferstandene Christus, Skulptu; Alessandro Vittoria: Hl. Hieronymus, Skulptur; Alvise Vivarini: Der Heilige Augustinus und andere Heilige, nördliche Kapelle im Querschiff; Bartolomeo Vivarini: Der Heilige Markus, Altarbild, Cappella Corner; Bartolomeo Vivarini: Madonna mit Kind und Heiligen, Altarbild, Südliche Kapelle im Querschiff.
Weitere Kirchen in Venedig:
- Kirche San Pietro Martire (Murano)
- Kirche Santa Maria e Donato (Murano)
- Kirche Santa Maria degli Angeli (Murano)
- Kirche Christo Re (Insel Sant'Erasmo)
- Kirche degli Scalzi (Santa Maria di Nazareth - Cannaregio)
- Ex-Chiesa Santa Lucia (Cannaregio)
- Ex-Chiesa San Basilio (Dorsoduro)
- Oratorio dei Crucifero (Cannaregio)
- Markuskirche (Basilika di San Marco)
- Il Redentore (Erlöserkirche auf der Insel Giudecca)
- Le Zitelle (Santa Maria della Presentazione - Giudecca)
- Santa Eufemia (Guidecca)
- Kirche San Martino (Burano)
- Kirche Santa Fosca (Insel Torcello)
- Basilika Santa Maria Assunta (Insel Torcello)
- Kirche Santa Caterina (Insel Mazzorbo)
- Kirche Santa Maria Valverde (Insel Mazzorbo)
- Kirche San Stae (San Eustachius - Santa Croce)
- Kirche Santa Maria della Visitazione (Dorsoduro)
- Kirche Sant'Agnese (Dorsuduro)
- Kirche San Maurizio (San Marco)
- Kirche San Vidal (San Marco)
- Kirche Sant' Angelo degli Zoppi (San Marco)
- Kirche Sant'Elena (Insel Sant'Elena)
- Basilika San Pietro (Insel San Pietro di Castello)
Bilder der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari
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Quellenangabe:
Die vorliegenden Abschnitte (Architektur, Geschichte, Orgel,) basieren auf dem Artikel Santa Maria Gloriosa dei Frari (Stand vom 11.04.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
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