Piazza San Marco

Venedig - Markusplatz Blick auf das Museum Correr


Markusplatz



Der Markusplatz in Venedig ist 175 m lang und bis zu 82 m breit. Er ist der einzige Platz der Stadt, der die Bezeichnung piazza trägt. Die anderen Plätze Venedigs werden campi genannt (von ital. campo: das Feld - so z.B. Campo San Polo), da sie ursprünglich nicht gepflastert waren. Auch der Platz des Busbahnhofs wird nur als piazzale (Piazzale Roma) bezeichnet. Alfred de Musset nannte den Markusplatz den „Salon Europas“. Der Platz, der sich im Stadtviertel San Marco befindet, ist geprägt von der Fassade der Markuskirche (Basilica di San Marco) mit seinem Campanile und wird umschlossen von den alten und neuen Prokuratien.


Venedig - Markusplatz Arkaden der Prokuratien

...schönste Festsaal Europas...


In der Verlängerung durch die sogenannte Piazzetta reicht er bis vor den Dogenpalast und öffnet sich dort zum Wasser, dem Bacino di San Marco mit dem Beginn des Canal Grande. Vor der Markuskirche befinden sich seit 1480 drei Schiffsmasten, an denen an Sonn- und Feiertagen das Markus-Banner weht. Da sich der Platz nur wenig über den Meeresspiegel erhebt, wird er bei Hochwasser (Acqua Alter) immer wieder überflutet. Der Platz wie auch die gesamte Stadt ist eine einzige große Fußgängerzone. Der „schönste Festsaal Europas“, wie Napoleon ihn nannte, wird von Touristen, Fotografen und Tauben bevölkert.


Venedig - Markusplatz Piazetta






Selbst dieses Kompliment an den Platz konnte Napoleon Bonaparte nicht davon abhalten, in die Architektur der Anlage einzugreifen. Im Jahr 1807 wurden die Arkaden der Alten Prokuratien und die von Baumeister Sansovino errichtete Renaissencekirche San Geminiano abgerissen. 1812 wurde dann ein Gebäude mit der Bezeichnung "Ala Napoleonica" errichtet - gegen den erklärten Willen vieler Venezianer. Heute ist in diesem Gebäude das Museum Correr untergebracht.


Venedig - Markusplatz Prokuratie Vecchie

Gestaltung des Platzes



Der Markusplatz stammt aus dem 9. Jahrhundert, als vor einer bescheidenen Markus-Kirche eine kleine Freifläche entstand. Seit dieser Zeit war der Platz ein Ort für die Ankündigungen und Staatsakte der Stadtverwaltung, wie auch für die zahlreichen Feste der Bevölkerung, beispielsweise des Karnevals von Venedig. Der Markusplatz (Piazza San Marco) ist der zentrale Platz von Venedig. Im 12. Jahrhundert bekam er seine heutige Größe durch die Trockenlegung des den Platz bis dahin teilenden Rio Batario. Der Markusplatz erhielt sein derzeitiges Aussehen im 18. Jahrhundert. Damals wurde das alte, aus dem 13. Jahrhundert stammende rote Ziegelpflaster durch den heute sichtbaren grauen Trachyt mit dem markanten Muster aus weißem Marmor ersetzt.


Die vielen prunkvollen Bauten am Markusplatz lassen noch heute sehr leicht den Wohlstand der einstigen Handelsmacht und unabhängigen Stadtrepublik Venedig erkennen.



Venedig - Markusplatz

Die Piazza


Der Markusplatz in seiner heutigen Form ist das Ergebnis städtebaulicher Maßnahmen, die zeitlich weit auseinanderliegen und sich im Wesentlichen zwischen 1200 und 1600 abspielten. Begonnen wurde 829 mit der Errichtung einer kleinen Grabeskirche für die Gebeine des Heiligen Markus unter dem 11. und dem 12. Dogen. Nach der Legende waren die Gebeine des Apostels aus Alexandria (Ägypten) nach Venedig entführt worden. Für sie wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem vorhandenen Dogenkastell an der Stelle des heutigen Dogenpalastes eine Kirche errichtet. 976 brannten Kastell, Kirche und rund 300 Häuser vollständig ab. Der dadurch entstandene Freiraum wurde von Pietro I. Orseolo für eine Neuordnung des Areals genutzt.



Venedig - Markusplatz Prokuratie Nuove


Seine jetzige Größe erhielt er, nachdem man 1156 den Flusslauf des Rio Batario im Westen und eine Schiffsanlegestelle, die sich zwischen Platz und Dogenpalast befand, zuschüttete. Zwischen 1172 und 1178 wurde er unter dem Dogen Sebastiano Ziani ausgebaut, und er zeigte sich schon 1177, als Kaiser Friedrich I. die Stadt besuchte, als repräsentatives Zentrum der Stadtrepublik. Um 1340 fiel der Entschluss für einen Neubau des Dogenpalastes, der auch nach dem verheerenden Brand von 1577 in seiner alten Form wieder aufgebaut wurde.


Venedig- Markusplatz


Der heutige Umriss von Piazza und Piazzetta wurde erst durch die Bauten des 16. Jahrhunderts endgültig festgelegt. Seit 1723 ist der Platz von einem Pflaster aus Trachyt bedeckt, wobei dem dunkleren Untergrund ein helleres geometrisches Muster beigegeben ist, das den Platz länger erscheinen lässt. Davor war er, ähnlich dem Campo in Siena, mit einem fischgrätartig verlegten Ziegelpflaster bedeckt, das man auf Bildern von Canaletto und Bellini sieht.




Venedig - Markusplatz

Torre del Orologio (Uhrturm)


Der Uhrenturm (Torre dell'Orologio) selbst wurde zwischen 1496 und 1499 von Mauro Codussi errichtet, die angrenzenden Flügelbauten (1502 - 1506) stammen von Pietro Lombardo und wurden 1755 von dem Architekten Giorgio Massari mit einem dritten Geschoss aufgestockt. Die astronomische Uhr mit ihrem Zifferblatt aus Lapislazuli zeigt die Mond- und Sonnenphasen und die Tierkreiszeichen an. Zwei riesige Figuren aus Bronze schlagen auf einer Bronzeglocke die Stunden an. Städtebaulich wird durch den Turm die Einmündung zur Merceria betont, andererseits ist er Endpunkt einer von der Seeseite des Platzes geführten Blickachse, die Piazza und Piazzetta optisch verbindet. Im Prince Alfred Court des Großmeisterpalastes in Valletta (Malta) befindet sich an einem Turm mit der Pinto-de-Fonseca-Uhr eine dem Venizianischen Original nachempfundene Uhr mit Glockenspiel. Das Glockenspiel diente weiterhin dem des Leipziger Krochhochhauses (1927/28) als Vorbild.



Venedig - Markusplatz Torre del Orologio

Markusplatz heute


Beginnend am Canal Grande befinden sich, gegen den Uhrzeigersinn, folgende Gebäude am Platz: Der Dogenpalast, die Porta della Carta (das Verbindungsglied zum anschließenden Markusdom), der Uhrenturm, die Procuratie Vecchie, der napoleonische Flügel der Prokuratien, die Procuratie Nove, der Campanile mit der Loggetta und die Biblioteca Marciana.


Venedig - Markusplatz

Quellenangabe:


Die Geschichte der Piazza San Marco basiert auf dem Artikel Markusplatz (Stand vom 14.01.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos vom Markusplatz






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