Insel San Michele
Venedig - Insel San Michele
Friedhofskultur
San Michele (Insel der Toten) ist eine unbewohnte Insel im Norden von Venedig. Auf San Michele befindet sich der Friedhof von Venedig. Die Insel hat mit Platzmangel zu kämpfen, darum werden Tote zuerst in normalen Gräbern begraben, nach einigen Jahren aber wieder exhumiert und in hohe Blöcke gestapelt. Seit dem 13. Jahrhundert befand sich auf San Michele ein Kloster der Kamaldulenser, von dem noch der Kreuzgang, die ab 1469 von Mauro Codussi erbaute Renaissancekirche San Michele in Isola und die um 1530 von Guglielmo Bergamasco errichtete sechseckige Cappella Emiliana erhalten sind. In diesem Kloster zeichnete der Mönch Fra Mauro zwischen 1457 und 1459 seine kreisförmige Weltkarte.
Kloster der Kamaldulenser
Venedig - Insel San Michele
Isola San Michele - ehemaliges Kloster der Kamaldulenser
Die Kamaldulenser sind ein katholischer Eremiten-Orden, der auf den Heiligen Romuald von Camaldoli zurückgeht. Am Anfang des 11. Jahrhunderts ruft Romuald von Camaldoli ein neues Konzept des Ordenslebens ins Leben - das zusammengeschlossene Eremitentum. Aus mehreren, unzusammenhängenden Klöstern und Einsiedeleien entsteht der Orden der Kamaldulenser. Das von Romuald gegründete Mutterhaus und die Einsiedelei befindet sich in Camaldoli in Italien (Provinz Arezzo, Toscana).
Weitere Informationen zur Chiesa San Michele in der Lagune von Venedig finden Sie hier....!
Regeln des Hl. Benedikt
Benedikt von Nursia
(480 - 547)
Die Kamaldulenser leben nach der Regel des Heiligen Benedikt und der eigenen, von Romuald verfassten Regel, den Ordensstatuten. Sie tragen ein weißes Ordensgewand und wohnen in einzelnen Häuschen (Zellen mit kleinen Gärten), innerhalb einer Klostermauer. Das Gebet (gemeinsame Liturgie in der Kirche und das einsame Stundengebet in der Zelle), die Arbeit und geistliche Lesung erfüllen den Tag eines Kamaldulensermönches. Einer der bedeutendsten Kamaldulenser, der zur Blüte und zur Entwicklung des Kamaldulenserordens beigetragen hat, war Petrus Damiani. Im Jahr 1828 ernannte ihn Papst Leo XII. zum Kirchenlehrer. Ein anderer wichtiger Ordensangehöriger war Ambrosius Camaldulensis, der im 15. Jahrhundert als päpstlicher Legat maßgeblich das Konzil von Basel geprägt hat.
Prominente Gräber
Nach der Säkularisierung des Klosters verband man 1837 die Insel San Michele mit der Insel San Cristoforo und errichtete dann den mit einer Mauer umgebenen und von Zypressen bestandenen Zentralfriedhof, der die früheren Friedhöfe an den Pfarrkirchen Venedigs ersetzte. Beerdigt sind hier u.a. die Komponisten Ermanno Wolf-Ferrari, Luigi Nono und Igor Stravinsky, der Dichter Ezra Pound, der Schriftsteller Joseph Brodsky und der Ballettimpresario Sergei Diaghilew.
Venedig - Insel San Michele
Friedhof
Der ältere Teil des Friedhofs ist so eingeteilt, dass die Angehörigen verschiedener Konfessionen in der Regel nur in dem der jeweiligen Konfession zugewiesenen Bereich bestattet worden sind. Man sieht dies sehr schön im evangelischen Teil, dort sind viele Gesandte aus nordischen Ländern (Protestanten) bestattet. Auch einen Bereich für Angehörige der anglikanischen Kirche ist hier vorhanden.
Insel San Ariano
Im Zusammenhang mit San Michele sollte man auch die Insel San Ariano erwähnen, die in Richtung Nordosten hinter Torcello gelegen ist. San Ariano diente als "Ossarium" für die Friedhöfe der Umgebung. Hinter einer undurchdringlichen Mauer von Brombeergestrüpp liegen mehrere Meter hoch Knochen aufgeschichtet. Dadurch ist hier die allgemein übliche Übersetzung von Ossarium in "Beinhaus" nicht ganz den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechend.
Information:
Die Geschichte der Insel San Michele basiert auf dem Artikel San Michele (Stand vom 02.02.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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